Kia Rio Fahrbericht – Konkurrenz für den VW Polo

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Fast 9.300.000 Fahrzeuge zählen sich zur Klasse der Komptaktwagen, nicht umsonst bevölkern diese Klein- und Kompaktwagen so enorm erfolgreich Straßen rund um die Welt. Der Anschaffungspreis ist auch als Normalverdiener zu realisieren, der Kosten-/Nutzenfaktor stimmt. Kommt jetzt noch der Egofaktor hinzu, der grob besagt, daß man nicht wirklich immer ein großes Auto und viel Leistung benötigt, erklärt sich die Beliebtheit fast von selbst. Daran nicht ganz unschuldig, sind natürlich die Hersteller. Attraktive Modelle gibt es hier wie dort, darunter auch Verkaufsschlager wie den VW Polo oder den Renault Twingo. Nun will sich auch der neue Kia Rio ein Stück von diesem Kuchen abschneiden.

Kia Rio 2012 – Erstaunlich europäisch

Der koreanische Hersteller entwickelt sich rasant, in Hinblick auf Design und Technik. Nach dem neuen Kia Optima, soll der Kia Rio Neukunden anlocken. Um in diesem nicht einfachen Markt bestehen zu können, reicht es nicht mehr die besten Preise zu machen. Auch bei den Kompaktwagen wollen die Käufer keine Qualität, wo jeder bezahlte Euro schmerzt. Das Auto muß einiges bieten, um in der breiten Masse hervorzutreten. Zumindest haben die Koreaner Durchhaltevermögen und inzwischen auch Erfahrung, der neue Rio ist Versuch Nummer vier.

Der neue Kia Rio weiß seine Reize einzusetzen.

Mit kurzer und flacher Front, flach liegender Frontscheibe und dynamischer Keilform gefällt die Linienführung des Kia Rio. Kraft vermittelt das kurze Heck und die geschwungene Dachlinie – irgendwie kommt einem das bekannt vor, Stichwort Audi. Doch lieber gut abgeschaut, als schlecht selbst gemacht. Nach hinten ist die Sicht dafür eingeschränkt, der Linie muß der Rio Tribut zollen.

Diese Linienführung kommt ihnen bekannt vor? Macht nichts, das Ergebnis darf als gelungen bezeichnet werden.

Im Innenraum kann der Kia Rio überzeugen. Keine billige Klapperplastik, kein Geknirsche bei einem sanften Druck auf die Armaturentafel. Der Einsatz von hochwertigeren Materialien zahlt sich aus, das Fahrzeug präsentiert sich stilvoll und elegant. Keine wilde Show, kein „Hauptsache anders“! Und genau damit lässt sich bei Käufern punkten. Oder warum sonst ist ein VW Polo seit Jahren eher unterkühlt und nüchtern? Die Sitze führen in Verbindung mit den Türverkleidungen die Formensprache der Armaturentafel weiter, es wirkt stimmig, nicht eben dahin konstruiert. Das Multifunktionslenkrad bietet guten Grip und lässt sich in alle Richtungen verstellen, der kurze Schalthebel in der Tunnelkonsole lässt sich ebenfalls gut bedienen.

Der Innenraum des neuen Kia Rio - nicht umwerfend, dafür qualitativ überzeugend und ohne übertriebene Spielereien.

Nette Optik, eher schlapper Motor

Leider kann der Motor nicht ganz mit der Qualität von Karosse & Co mithalten. Ein sechster Gang fehlt und dieser würde tatsächlich Sinn ergeben. Der 1,2 Liter-Benziners leistet 85 PS (63 kW) bei 6.000 U/Min-1 und will fleißig gedreht werden, um effektiven Votrieb zu geniesen. Mit einem maximalen Drehmoment von 121 Nm bei 4.000 U/Min-1 gehört er nicht zu den Stärksten seiner Klasse. Das wirkt alles etwas hecktisch, Bummeln und Surfen auf der Drehmomentwelle kann der Kia Rio nicht so richtig. In 13,2 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h, bei 172 km/h endet der Vortrieb. Aber wie war das mit den Ansprüchen? Es reicht! Wer mehr Leistung will, muß diese auch bezahlen. Im Stadtverkehr überzeugt das wendige Fahrzeug mit Platz für vier bis fünf Personen, großer Heckklappe und immerhin 288 Litern Kofferraumvolumen. Lenkung und Federung würden auch mehr Leistung vertragen, aber da es ab 160 km/h sowieso recht laut wird, lässt sich das Manko der Leistung mit einem Augenzwinkern ertragen.

Kann entzücken, dieser freche Rücken. Auch am Heck bietet der Rio eine gefällige Linienführung ohne viel Show.

Fazit Kio Rio

Er ist wendig, sieht gut aus, ist gut verarbeitet und bietet auch noch 7-Jahre Garantie (bis 150.000 km – gemäß den gültigen Garantiebedingungen von Kia). Bleibt als Fazit, daß Kia mit dem neuen Rio ein perfektes Fahrzeug für die Stadt und die ganze Familie im Programm hat. Guter Sitzkomfort und die komfortable Federung gefallen, der 1.2er ist nur etwas schwach auf der Brust. Mit dem Einsteiger-Benziner als Edition 7-Ausstattung lässt sich dafür gutes Geld sparen, ohne dabei ein schlechtes Gefühl zu haben.

[toggle title=“Kia Rio 1.2 Edition 7 Daten“]
  • Länge x Breite x Höhe (in m): 4,05 x 1,72 x 1,46
  • Motor: Vier-Zylinder-Benziner, 1248 ccm
  • Leistung: 63 kW / 85 PS bei 6000 U/min
  • Maximales Drehmoment: 121 Nm bei 4000 U/min
  • Verbrauch (Schnitt nach EU-Norm): 5,1 Liter/100 km
  • Kohlendioxidemission: 119 g/km / Euro 5
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 13,1 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h
  • Leergewicht / Zuladung (maximal, je nach Ausstattung): 1104 – 1211 kg / 359 – 456 kg
  • Kofferraumvolumen: 288 Liter, erweiterbar bis 923 Liter
  • Basispreis: 13 760 Euro
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Quelle & Bilder: ampnet/Sm

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