Fahrerassistenzsystem zur Blickerkennung von Tobii

Anzeige

Tobii Technology präsentiert heute seine neue Plattform zur Müdigkeits- und Aufmerksamkeitserkennung für Fahrerassistenzsysteme. Die Plattform basiert auf der innovativen Eyetracking-Technologie von Tobii. Das Unternehmen bietet damit erstmals eine zuverlässige Lösung an, mit der sich Sensoren und Systeme auf Basis von Blickerkennungsdaten für die Automobilindustrie entwickeln lassen und letztlich die Verkehrssicherheit erhöht werden könnte. Bis diese Technik serienmäßig seinen Weg auch in Kleinwagen finden wird, werden noch Jahre vergehen – ein Punkt, wo die Politik Forderungen stellen sollte?

Müdigkeit am Steuer durch Eyetracking-Technologie erkennen

Henrik Eskilsson, CEO der Tobii Group:

„Weltweit steigt die Nachfrage nach Fahrsicherheitssystemen. Wir bieten Automobilherstellern jetzt eine neue Plattform, mit der sie dem Ziel der größtmöglichen Fahrsicherheit und Fahrkomfort einen großen Schritt näher kommen. Letztlich sind die Augen der beste Gradmesser für die Aufmerksamkeit des Fahrers und unsere Technologie ist optimal dafür geeignet, dies verlässlich zu erfassen.“

In Europa fordern Verkehrsunfälle nach Angaben von Eurostat jährlich rund 35.000 Tote. Schätzungen zufolge sind 25 Prozent der Unfälle auf Müdigkeit zurückzuführen. In Deutschland ereignen sich laut ADAC mehr als 1.600 Verkehrsunfälle, weil ein Fahrer unkonzentriert ist. Dabei sterben etwa 50 Verkehrsteilnehmer und rund 2.400 Menschen werden verletzt.

Automatisch wird vom System erkannt, ob der Fahrer ermüdet und seine Reaktion schlechter wird.

Nicolas Pezzarossa, Geschäftsführer der Tobii Technology GmbH in Deutschland:

„Wir haben unsere Eyetracking-Technologie in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt und stellen der Automobilindustrie jetzt eine revolutionäre Lösung zur Verfügung, die die Augenöffnung und Blickrichtung des Fahrers präzise erfasst und somit verlässliche Informationen zur Erkennung von Müdigkeit und Aufmerksamkeit liefert. Diese zuverlässige Technologie ermöglicht es Automobilhersteller schon bald, die Zahl der Unfälle durch Müdigkeit und Ablenkung erheblich zu reduzieren und den Verkehr auf Deutschlands Straßen sicherer zu machen.“

Die neue Plattform von Tobii Technology verfolgt die Augen des Fahrers und stellt fest, wie weit sie geöffnet sind, wie schnell sie sich bewegen und wohin sie sich richten. Technisch besteht sie aus zwei Sensoren, die mit nah-infrarot-Licht (NIR) arbeiten, um nicht durch wechselnde Lichtverhältnisse beeinträchtigt zu werden. Die Sensoren sind je nach Fahrzeugtyp aus verschiedenen Winkeln auf den Fahrer gerichtet und gewährleisten so einen durchgängigen Kontakt. Dabei finden die Sensoren die Augen des Fahrers automatisch, sobald dieser sich in einer normalen Fahrerposition befindet. Das System muss also nicht auf den individuellen Fahrer eingestellt werden. Die Sensoren beobachten die Augen des Fahrers und erkennen, ob sie offen oder geschlossen sind, wie schnell oder langsamen sie sich schließen und wohin sie sich wenden. Und das mit nahezu allen Kontaktlinsen, Sonnenbrillen und Sehhilfen. Mit diesen Echtzeit-Informationen kann ein Assistenzsystem den Fahrer überwachen und im Bedarfsfall rechtzeitig warnen.

Das Eyetracking von Tobii erkennt die Augen auch durch eine Sonnenbrille.

Auch im Bereich multimodaler Systeme kann die Sicherheit durch den Einsatz der Tobii Plattform deutlich erhöht werden. Christian Müller, Leiter der Gruppe Automotive IUI am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI):

„In der Anwendungsentwicklung steht die Ablenkung des Fahrers im Mittelpunkt, die wir so gering wie möglich halten, indem wir möglichst unauffällig mit ihm kommunizieren. Für die multimodale Interaktion ist die Kombination aus Sprache und Analyse der Augenbewegung unserer Ansicht nach die Schlüssel-Technologie, um dieses Ziel zu erreichen.“

Über die Erkennung von Ablenkung und Müdigkeit hinaus bietet die Plattform weitere Einsatzmöglichkeiten zur Entwicklung von Fahrersystemen: Denkbar ist beispielsweise, dass sich die Unterhaltungssysteme oder Head-up-Displays im Fahrzeug mit den Augen steuern lassen. Außerdem können Assistenzsysteme den Fahrer anhand der Augen identifizieren und entsprechende persönliche Einstellungen, wie beispielsweise Sitz- und Spiegeleinstellungen im Fahrzeug, automatisch vornehmen. Vergleichbare Systeme machen sich am Markt extrem rar, in eine ähnliche Richtung zielt noch Volvo. Dessen Warnsystem fokussiert die Bewegungsmuster des Fahrzeugs und bewertet, ob diese kontrolliert ablaufen oder nicht. Hier geht Tobii mit seinem Eyetracking einen Schritt weiter und könnte damit auch Autohersteller den entscheidenden Denkanstoß geben, dieses System auch für Kleinwagen kostengünstig bereits ab Werk anzubieten – irgendwann.

[youtube id=“JAOol1_1qgs“ width=“620″ height=“360″]

Quelle: www.cisionwire.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.