Bundesrat fordert: Kleinwagen sollen schadstoffärmer werden

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Die jüngsten Ereignisse in den USA sind für viele Experten der Beweis dafür, dass mit der Klimaveränderung nicht zu spaßen ist. Der CO2-Ausstoß im Straßenverkehr ist im Zeitraum von 1990 bis 2008 um 26 Prozent gestiegen. Bis 2050 soll der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 um 67 Prozent gegenüber der Menge von 1990 reduziert werden. Dies will die Europäische Kommission mit einer neuen Verordnung erreichen. Bereits ab 2020 sollen die Fahrzeuge in Europa nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Dem Bundesrat reicht das nicht: Für eine Überschreitung dieses Wertes sollen Strafen folgen. Die EU-Kommission wollte zudem die Berechnungsformel für den CO2-Grenzwert verändern, dies lehnte die Länderkammer allerdings ab.

In einer Stellungnahme des Bundesrates heißt es, dass der Vorschlag aus Brüssel es den Automobilherstellern zu einfach mache. Ein Großteil der Kleinwagen erfüllt bereits heute die Normen für den CO2-Ausstoß, der erst für 2020 geplant ist.

Neue Berechnung zur Ermittlung des CO2-Ausstoßes abgelehnt

Wieviel CO2 stoßen die Fahrzeuge tatsächlich aus? Nach der WLTP-Messmethode kann dies genauer bestimmt werden – vor allem für Hybridfahrzeuge ein Vorteil.

Eine kleine Uneinigkeit gibt es bei der Berechnung des CO2-Ausstoßes. Dieser wird aktuell auf einem Rollprüfstand nach dem Typprüfverfahren ermittelt. Dabei werden die Ergebnisse des „New European Driving Cycle“ (NEDC) auf Gramm pro Kilometer hochgerechnet. Nach Ansicht der EU-Kommission ist dieses Verfahren ungenau und bildet die realen Fahrbedingungen schlecht ab. Verlässlicher wäre stattdessen die Einführung des „World Light Duty Test Procedure“ (WLTP). Bei diesem Verfahren wird die Ökobilanz aus der Messprozedur und einem genormten Fahrzyklus ermittelt. Alternative Antriebe können mit der neuen Methode besser ermittelt werden. Der Bundesrat und auch die EU-Kommission könnten derzeit am bisherigen Testverfahren festhalten.

Einhaltung strenger Klimavorgaben unproblematisch?

Derweilen beklagt sich die Automobilindustrie, dass die strengen Normen für den geplanten CO2-Ausstoß nicht machbar sind. Jahrelang stieß die Flotte des Autoherstellers BMW etwa dieselbe Menge an Kohlendioxid aus: Mal 204 Gramm je Kilometer, später 199 Gramm. Eine ähnliche Situation gab es bei VW und Audi, allerdings auf etwas niedrigerem Niveau. Bis vor Kurzem machten sie sich keine Gedanken darum, ihre Flotten zu modernisieren. Erst als die EU per Verordnung die Fahrzeughersteller zwang, strenge Grenzwerte einzuhalten, entfaltete sich der Innovationsboom. Das zeigt auch eine Grafik im European Vehicle Market Statistics Pocketbook 2012 auf Seite 28. Die Zahlen basieren auf einer Statistik des International Council on Clean Transportation (ICCT). Deutliche Rückgänge sind erst ab 2007 bemerkbar. Ein Großteil der Automobilhersteller hat bereits fast das CO2-Ziel für 2015 erreicht.

Autofahrer können auch selbst etwas gegen die Umweltverschmutzung tun. Eine marode Auspuffanlage sorgt wegen eines defekten Katalysator ebenso für höhere CO2-Werte und sollte ausgetauscht werden.

Bild: ADAC

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